Die Entdeckung eines geheimen Ortes

Rebecca Reibke, Frank Pieperhoff

Die Entdeckung eines geheimen Ortes

Das ehemalige Inspektorhaus in Dannhof verfügt über 12 kleine Türmchen. Die außerordentlich schöne und rhythmische Anordnung dieser Türmchen ist in Wirklichkeit eine ästhetische Sende- und Empfangsanlage. Diese Art der funktionalen Ästhetik wurde bisher noch kaum erforscht. Es ist eine spezifische Aufgabe für Bildende Künstler.

Die Malerin Rebecca Reibke und der Künstler Frank Pieperhoff widmen sich dieser Aufgabe. Sie haben dieses Haus erworben und werden nun ständig mit sowohl irdischer als auch kosmischer ästhetischer Energie bestrahlt. Beide Künstler versuchen auf Ihre Art die empfangenden Vibrationen aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft produktiv zu verwerten und in andere ästhetische Formen zu übersetzen. So werden diese Energien sichtbar.

Tatsächlich ist bereits deutlich geworden, dass  die Sende- und Empfangsaktivitäten des „Schlosses von Dannhof“ - wie es oft genannt wird - beträchtlich sind: An den Türmchen (und überall sonst) sind Abnutzungserscheinungen zu erkennen! Es könnte sich also um einen zentralen, gut frequentierten, universellen Punkt handeln - einer Art energetischer Zentrale. Diese wird jetzt durch die Künstler ruhig, mit Gefühl und Intuition zu ihrer eigentlichen, ästhetischen Aufgabe geführt.

Die beiden Künstler verfahren hier mit systematischer Arbeitsteilung: Rebecca Reibke widmet sich den klassisch-zeitlosen Bildformaten: Portrait, Stillleben, Landschaft und poetisch- erzählerischen Szenen. Sie leitete bis 2013 in Berlin den Projektraum „Rutil – Raum für Malerei“ und gründete dort eine Kindermalschule.      Frank Pieperhoff arbeitet vielseitig: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Performance, Musik. Er leitete von 2003 – 2017 die „KUNSTGUT – Academy of Fine Arts Berlin“. Diese wird nun in konzentrierter Form als          „KUNSTGUT – Academy of Frank Pieperhoff“ in der Prignitz fortgeführt.

Die wichtigsten Personalien und ästhetischen Werkzeuge sind nicht die Künstler sondern die Werke der Künstler. Sie bespielen und beleben die Räume. Es besteht die Hoffnung mit dieser energetischen Bündelung außerirdische Wesen anzulocken. Es könnte ja sein, dass Fragen wie die der Fortpflanzung oder der menschlichen Intelligenz für diese Wesen keine Rolle spielen. Hingegen könnten die seelischen Vibrationen des ästhetischen Erlebens relevant sein. Die Betrachtung eines kompakten, selbstverständlich gemalten Bildes,  welches  immer wieder neu fasziniert, ist einer der komplexesten menschlichen Prozesse. Niemand weiß sicher, ob eine kosmische Intelligenz nicht genau daran interessiert ist.

Auch mit diesem Hintergedanken entwickelte Frank Pieperhoff bereits 2005 die ZEUGWERK – Objekte (engl: Working Objects). Sie arbeiten aktiv im Raum und knüpfen nahtlos an die Sende- und Empfangsqualitäten des ehemaligen Inspektorhauses an. Aus den ZEUGWERK - Objekten heraus oder auch mit diesen kombiniert entstehen seit 2005 Installationen, Performances, Fotografien und Skulpturen. Oft auch als Prototyp, welcher erst in der Anwendung im Raum tatsächlich existiert.

Trotz dieser kosmischen Dimension ist der irdische, humanistische Bereich des Menschen das Hauptthema bei beiden Künstlern: Die Welt schonungslos und genau zu sehen, verborgene Empfindungen sichtbar zu machen, eingefahrene Sehgewohnheiten zu überprüfen, das Verletzbare zu zeigen und sich seinen begrenzten Möglichkeiten zu stellen. Das sind wichtige Aufgaben der Bildenden Kunst: Sich selbst in einer komplizierten Welt zu erkennen, seinen Ort und seine Wurzeln in dem Überangebot an Identitätsmöglichkeiten zu erspüren.

Offenes Atelier

Im Rahmen der Offenen Ateliers Prignitz laden Rebecca Reibke und Frank Pieperhoff am Samstag und Sonntag, (5. + 6. Mai) jeweils von 11 – 18 Uhr zum ästhetischen Senden und Empfangen ein.

Ort: Unter den Linden 13, 16928 Groß Pankow, Ortsteil Dannhof,

info:info@kunstgut.com, www.kunstgut.com, fon: 0163 1320843

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