„Wolkenflug“


Installation von Frank Pieperhoff


Seit 2000 arbeite ich an Verbindungsmöglichkeiten von Stein zum Stahl zum Raum. Der Stein - als Figur oder Kopf gehauen – wird zum Individuum, welches sich bis auf die Stahlkonstruktion ausdehnt. Diese Stahlkonstruktion ist zugleich ein reales architektonisches Element des Raumes.
Im letzten Jahr entstand der erste „Wegfinder“, eine Plastik aus Stahl mit einem Rad – und ohne Steinkopf oder Steinkörper. Es ist eine Verschiebung der Fragestellung: Die Frage, wie am besten eine figurative Steinskulptur mit dem Raum verbunden wird, verallgemeinert sich zur Frage nach den Verbindungen der Dinge überhaupt.


Vor diesem Hintergrund entstand die Idee zu der Installation „Wolkenflug“.
Inspiriert durch eine Aufgabe für einen Schüler (Formen aus einem Blatt Papier zu reißen) dachte ich daran, ein mit Zeichnung oder Malerei strukturiertes Blatt als Grundlage für eine skulpturale Reißarbeit zu nehmen. Entsprechend wie ein Steinblock eines von der Natur gezeichneten Steines, wird das Blatt zu Formen gerissen, die entfernt an Köpfe erinnern. Sämtliche Teile des Blattes werden dann mit Pflastern an die Wand geklebt. Verschraubte Stahlelemente durchziehen den Raum und überdecken auch Teile der Papiere. Die Funktion dieser fest verschraubten Stahlelemente ist nicht zu definieren: Halten sie die Wände, sind sie das Ende einer Konstruktion an der anderen Seite der Wand, verdecken sie etwas, was mit viel Kraft verdeckt werden muss? Grundsätzlich „schrauben“ sie die Situation überhaupt fest, fixieren den Moment, sie bilden ein Gegensatz zu den sich in der Auflösung befindlichen Bildes.
Das ursprüngliche Bild ist nicht verloren. Gerahmt existiert ein Foto von der ursprünglichen Tuschmalerei.
Diese wurde frei nach einem aktuellen Zeitungsfoto gemalt. Es ist ein Dokumentationsfoto, welches eine Realität in der Welt thematisiert. Dieses Foto ist ebenfalls dokumentiert. Die Bilderrahmen zeigen gewissermaßen Zwischenstufen des Prozesses auf und unterstreichen persönliche Elemente, wie Fotoauswahl und Malerei, sie werden zu Erinnerungsfotos.
So ist es ein Kreislauf: Reales wird durch die Medien transportiert zu einer neuen Realität, die dann Grundlage wird für eine freie Malerei auf einem Blatt Papier, welches dann wiederum abermals transformiert wird und im realem Raum eine neue Wirklichkeit erlangt, die Fragen aufwirft.

Frank Pieperhoff, Januar 2006

 

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