Frank Pieperhoff - kommentierte Werke 2

im Atelier

seit 2009
24 x 18 cm, Bleistift auf Papier


Nach den großformatigen Gemälden „human room“ zwischen 2006 und 2009, trat eine Art Erschöpfungszustand ein. Abends im Bett fertigte ich dann diese Skizzen, die thematisieren, wie ich an den großen Bildern arbeite. Sofort gefiel mir die Absurdität dieser Tätigkeit, dieses energetische Arbeiten an einer Art Vision, die Beobachtung bei dem Versuch einen ästhetischen Wert zu kreieren und  der Prozess des entstehenden Bildes im Bild. Diese Zeichnungen bilden den Einstieg in eine  neue Form der klassischen Malerei, in der ich die traditionellen Bildgattungen neu erfinde.

Aktzeichnungen


50 x 70 cm, Bleistift auf Papier, 2009


Aktzeichnen ist für mich wahrscheinlich die wichtigste Übung. Und doch ist es mehr als eine Übung, denn es handelt sich auch um das Abbild eines Menschen. Einerseits ist es ein Training elementarer, klassischer Konventionen: Statik, Volumen, funktionale Zusammenhänge (ZB Verbindung von Bein und Rumpf), Anatomie, Raum, Positionierung der Figur, Erkennen der Bewegung und Dynamik der Linie. Andererseits kommen auch philosopische Fragestellungen zum Tragen, wie Transparenz, innere Kraft und Energie, Verdichtung, Lebendigkeit der Haltung und Atmosphäre. Zudem erarbeite ich hier Formen-Material zum Konstruieren meiner Figuren, so wie ich es in der Reihe „human room“ (seit 1992) vollziehe.

human sound


243 x 167 cm, Öl/Eitempera auf Jute, seit 2006


Diese Werkgruppe basiert im weitesten Sinn auf der Neufindung der konstruierten  und sich zugleich entwickelnden Figur ab dem Jahr 2000. In dieser Reihe baue ich Figuren praktisch vom Gerüst in einem Raum auf und entwickle beides Schritt für Schritt weiter. Das Ziel ist es eine figurative Erscheinung in einem Raum, wobei entweder die räumliche Situation oder auch die figurative Präsenz dominieren können. Die Figuren entwickeln sich in den Raum hinein und der Raum aus den Figuren heraus und umgekehrt, eben so wie ich es in der Reihe Mensch von 2005 herausarbeitete.


Gleichzeitig versuche ich die Malerei komplex und Vielschichtig aufzubauen eben als reine Malerei. Mit der Eitempare/Öl Mischtechnik erzeuge ich tiefe Lasuren mit vibrirenden Farbräumen

Performances, Installationen


Seit 2004 habe ich ca.15 Performances vor Publikum gemacht und mehrere raumbezogende Installationen, darunter auch eine in der Nationalgalie in Skopje, Mazedonien.. In diesen Performances versuchte ich auch Musik, live Musik und Live Zeichnen zu integrieren. Oft ist es die Idee einer Linie oder auch fiktiven Zeichnung, die dann den Raum strukturieren oder ein Bild live schaffen.


Die Installation „Dich zeichne dich“ (Berliner Kkunstsalon 2009) war neben der Installaoin „New ground“ (2006, Skopje)  die umfangreichste und aufwendigste Arbeit bisher. Auf vier Monitoren sieht man meine Hände sich bewegen, für den Betrachter nicht ganz klar was sie machen. Sie zeichnen mit beiden Händen auf einer fiktiven Fläche zwischen Künstler und Betrachter Linien, wobei die Bewegungen von Geschwindigkeit und Gestik variieren, jedoch mit einer gewissen Rhythmik. Das Bild wird gleichzeitig auf vier benachbarten Monitoren gezeigt, im Wechsel synchron und komponiert und ist insgesamt eine 12 minütigen Komposition, die im Loop gespielt wird. Unter den Monitoren sind ZEUGWERK Elemente montiert, die die Wand sowohl mit dem Boden, wie auch mit etwas potentiell anderen verbinden.


Zweites Foto: „Eine Zeichnung“, Performance mit akustischer Gitarre, BLO-Atelier, Berlin, 2010

Installationen, Objekte und Fotos basierend auf ZEUGWERK, seit 2009



Die ZEUGWERK Objekte sind eine unerwartete Erfindung, deren Potential mir jedoch schnell klar war. So entwickelte ich ich 2010 die Werkgruppe der Hütten. Aktuell habe ich  Ideen für den Außenraum in grosser Dimension. Kern der ZEUGWERK Elemente ist die reale und potentielle Verbindung sowohl von Räumen, Medien, Materialien – aber auch durch Zeiten und historischen Bedeutungen.


Die Fragile Kontruktion mit Kette und Rädern ist eine der ersten „Hütten“ von 2010. Diese steht  flüchtig und instabil aber markiert trotzdem den Ort an dem sie steht als Ihren Ort.


Das Foto ist ein Grossformatfoto und zeigt ein ZEUGWERK Objekt und zwar einen „Situationsbestimmer“ (2015).

ZEUGWERK

seit 2005
Stahl und andere Materialien


In der Zeit von 1998 – 2005 versucht ich Stein mit Stahl und Kunststoff zu kombinieren. Der Stahl bildete das konstruktive Gerüst in dem sich dann Figuren und Köpfe befinden. Es gelang kein überzeugenes Ergebins. 2004 hing ich dann eine kleinere Kontruktion (ca. 3m) mit einem abschließendem kleinen Rad an ein Bildhauersockel. Es waren zwei Stangen mit einem Gelenk in der Mitte. Auf eine Stange wollte ich dann einen Kopf oder eine Figur bauen. Doch es war nicht nötig. Die Konstruktion ohne alles gefiel mir besser als alles, was ich in den letzten 5 Jahren gebaut hatte. Mit der Öse zum Anhängen an dem einem Ende, das Gelenk in der Mitte und das Rad an dem anderen Ende, hatte das Objekt eine Komplexität die für mich stimmt. Nun dauerte es nicht lange bis ich den Begriff ZEUGWERK erfand. ZEUGWERK steht für ähstetische Objekte mit einer imaginären Funktionalität, die tatsächlich jedoch rein geistig ist.
Bisher gibt es einige Untergruppierungen der ZEUGWERK Objekte: Raumverbinder, Situationsbestimmer, Wegfinder und Wegsucher und Spielraumbegrenzer.
Die Abgebildeten Objekte (beide 2005): „Situationsbestimmer“, „Spielraumbegrenzer“